[Apotheken] [Gehalt&Arbeitszeit] [Krankenhausstruktur] [Notaufnahmen] [Arbeitsvertrag] [Arbeitssituation] [Krankheitstage] [Versicherungswesen] [Gesundheitssystem] [Krankenversicherung] [Sozialversicherung]
Nach Abschluss des Studiums haben die „frischen“ Ärzte, genannt die „Interns“ fünf „Terms“ von jeweils zehn Wochen abzuleisten, wobei sie zwei Terms im Bereich Chirurgie und zwei Terms im Bereich Innere Medizin arbeiten müssen. Ein Term muss im Emergency Department, also der Notaufnahme geleistet werden. Im zweiten und dritten Jahr werden diese „Residents” genannt und müssen je ein Term im Bereich Chirurgie, Innere Medizin und Emergency Department ableisten. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein oder zwei Terms in einer Abteilung freier Wahl abzuleisten.
Residents werden nach ihrer Ausbildung « registrars » ( auf Deutsch: Krankenhausarzt, Assistenzarzt) genannt
Zuletzt gibt es noch die « consultants », d.h. die Fachärzte.
Die Oberärzte arbeiten hauptsächlich werktags und meistens nur einen oder zwei Tage in der Woche. Nur einige wenige stehen für eine Schicht am Wochenende zur Verfügung. In der restlichen Wochenarbeitszeit beschäftigen sie sich mit anderen Tätigkeiten oder arbeiten in anderen Krankenhäusern.
Sterbehilfe ist in Australien seit 1995 mit Einführung der Rights of the Terminally Ill Act 1995 legal. Dieses Gesetzt erlaubt unheilbar kranken Patienten medizinisch assistierten Suizid zu begehen. Dabei ist aber gesetzlich vorgeschrieben sich zu versichern, dass der Patient mental in der Lage ist eine Entscheidung zu fällen und auch wirklich unheilbar krank ist.
Um 17 Dollar pro Woche ist laut Regierungsbeschluss der australische Mindestlohn angehoben worden. 448,40 die Woche - das ist der neue Verdienst von etwa 1,7 Millionen Beschäftigten der Privatwirtschaft, ungefähr jede/r Vierte im nichtstaatlichen Sektor.
Lebenserwartung Männer (Jahre): 77,40
Lebenserwartung Frauen(Jahre): 83,27
Anzahl der Ärzte in Australien
Ärzte: 55450
Ärzte pro 1000 Einwohner: 2,8
Chemists: Mischform von Drogerie und Apotheke.
führen ein recht großes Medikamentensortiment.
Urgent Dispensery: Schnellapotheke in größeren Orten.
führen vor allem Grundmedikamente (Schmerz- und Erkältungsmittel u.ä.)
Arbeitszeiten variieren in Australien je nach Arbeitgeber, nach Stellung oder nach der Branche. Eine national 38 Stundenwoche wurde 1981 eingeführt, die dann auf 37 Stunden reduziert wurde. Dennoch wird in den meisten Unternehmen mehr gearbeitet als 37 Stunden pro Woche.
Basisgehälter sind folgende, bei einer Woche von 38 Stunden:
«Intern» : 45.000 Australian $ (Netto)
«Resident» 55.000-70.000 AUD
«Registrar» 70.000-80.000 AUD
«Consultant(Facharzt): 115.000-200.000 AUD
Zahnärzte verdienen wohlgemerkt am meisten unter den Ärzten.
Die Organisation in australischen Krankenhäusern unterscheidet sich erheblich von den Strukturen in Deutschland. Es existieren Ärzteteams bestehend aus mindestens einem Registrar – vergleichbar mir einem Assistenzarzt – und einem Resident oder einem
Intern. Diese Teams betreuen die Patienten eines oder mehrer Consultants –einem Facharzt/Oberarzt – der in der Regel seine eigene Praxis betreibt und daher eigene Patienten einweist und im Krankenhaus betreut. Es existieren trotzdem fachlich geordnete Stationen,
z.B. Kardiologie, deren Infrastruktur (Pflegepersonal, Geräte) von mehreren Consultants und deren Teams genutzt werden. Die Ärzte sind also nicht einer Station, sondern immer einer Patientengruppe zugeordnet.
Ein großer Pluspunkt des australischen Systems ist die starke Präsenz von nicht-ärztlichen Fachkräften („Allied Health Staff“). Neben einer hohen Dichte an Physiotherapeuten, Ernährungsberatern
und Logopäden besteht die Mitarbeit von Pharmazeuten
– neben der Arbeit in der Krankenhausapotheke betreut ein Pharmazeut 1-2 Stationen, kontrolliert Dosierungen und Wechselwirkungen und macht den Arzt auf Probleme aufmerksam. Zudem wird vor Entlassung die Medikation erneut kontrolliert und ggf. adaptiert.
Des Weiteren gibt es eine enge Verflechtung zwischen Sozialarbeit und ambulanter Pflege, und um die Entlassung (häuslich Pflege, Transport, Heimplatz) kümmert sich ein eigener « Discharge Planner« . Es überrascht auch nicht, dass Blutabnahmen und Verweilkanülen von einem eigenen Team übernommen werden. Das Resultat dieser Arbeitsteilung ist der überraschende Zustand, dass sich Ärzte und Pflegepersonal im Wesentlichen ihrer eigentlichen Arbeit widmen können und berufsfremde Tätigkeiten auf ein Minimum reduziert werden.
In Australien ist das „Paramedics“ -System etabliert, das heißt, die Versorgung am Notfallort erfolgt ausschließlich durch Rettungsassistenten und nicht durch Notärzte. Im Rettungsdienst in Australien müssen die Rettungsassistenten bei bestimmten Tätigkeiten Handlungsvorgaben befolgen, die insbesondere bei der Gabe von Medikamenten strikt eingehalten werden müssen.
Patienten, die in der Notaufnahme erscheinen, werden von Pflegekräften je nach Schwere der Erkrankung in eine von fünf Stufen eingeteilt. Patienten der Stufe 1 werden unverzüglich in den Reanimationsraum verlegt. Patienten der Stufe 2 sollen sofort von einem Arzt gesehen werden. Patienten der Stufen 3 bis 5 kommen in die „Warteschleife“. Dabei gibt es Vorgaben, in welchem Zeitraum diese Patienten von einem Arzt untersucht werden sollen. Die Pflegekräfte nehmen aber auch innerhalb einer Gruppierung eine Dringlichkeitsabstufung vor, die von der Erkrankung, dem Alter, dem Allgemeinzustand und der Wartezeit abhängt.
Ist das Notaufnahme stark belastet, kann sich das Krankenhaus nach einem bestimmten Schema abmelden. Sind alle Betten einschließlich Reanimationsraum belegt und können Notfallpatienten nicht unverzüglich aufgenommen werden, meldet die Dienst habende Schwester oder Pfleger das Department als „red“. Ist das Krankenhaus „rot“ oder „orange“ gemeldet, bedeutet es, dass der Rettungsdienst mit Wartezeiten rechnen muss. Der Patient wird in diesen Fällen weiter vom Rettungsdienst betreut, der auch die Verantwortung für den Patienten behält.
Um die Verlegung der Patienten auf die Stationen zu beschleunigen sind rund um die Uhr Bettenmanager tätig, die freie Betten „suchen“ und die Verlegungen von Patienten organisieren. Bei Bedarf werden die Patienten auch „fachfremd“ verlegt: So kommen erwachsene Patienten auf die Kinderstation, Mehrfachverletzte auf die gynäkologische Station, usw. Die Erfahrung zeigt, dass die Versorgung der Patienten verständlicherweise auf einer fachfremden Station nicht immer dem Standard entspricht. Aus diesem Grunde gibt es für die Traumatologie zwei bis drei zusätzliche Schwestern, deren Aufgabe es unter anderem ist, meistens zwei Mal täglich auf die verschiedenen Stationen zu gehen, um zu kontrollieren, ob die Versorgung der Patienten dem Standard und den ärztlichen Anordnungen entspricht.
In der Notaufnahme( Emergency Departement) beträgt die Schichtdauer für « Interns » ( siehe unter Wissenswertes) und « Residents »acht Stunden, für « Registrars » zehn Stunden. Die Schichtdauer der Pflegekräfte variiert. Die längste Schicht dauert zwölf Stunden.
In Australien können die Bedingungen eines Arbeitsvertrages sowohl schriftlich als auch mündlich vollzogen werden. Dies bedeutet demnach, dass ein mündlicher Vertrag genauso bindend ist wie ein schriftlicher. Bei einer Anstellung von einem Monat und aufwärts wird jedoch ein schriftlicher Vertrag verlangt.
Der Arbeitsvertrag sollte folgendes beinhalten:
· Der volle Name des Arbeitgeber und der des Arbeitnehmer( + Adresse)
· Datum des Arbeitsbeginnes
· Art der Arbeit und Beschreibung
· Adresse der Arbeitsstelle
· Bezahlung, Stundenlohn, Art der Bezahlung( wöchentlich, monatlich..)
· Anspruch auf Urlaub
· Unterschrift des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers
Auch in Australien gibt es einen gewissen Ärztemangel. Besonders in weniger attraktiven Gegenden („areas of need“) werden Ärzte gesucht. Da Australien sehr multikulturell ist, kommen Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Ländern.
Eine Weiterbezahlung bei Krankheit wie in Deutschland üblich, gibt es so in Australien nicht.
Besonders nicht bei kurzen oder zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen. Erst nach mehreren Jahren Firmenzugehörigkeit hat man Anrecht auf ein paar bezahlte Krankheitstage pro Jahr.
Selbstverständlich meldet man sich auch in Australien noch VOR Arbeitsbeginn beim Arbeitgeber krank. Eine Krankschreibung wie in Deutschland ist nicht nötig, da man für Krankheitstage keinerlei Lohn erhält und selbst daran interessiert ist, möglichst bald wieder zur Arbeit zu erscheinen.
Haftpflicht-und Unfallversicherung:
Jeder Arbeitgeber muss in Australien eine Haftpflichtversicherung für seine Angestellten abschließen. Arbeitgeber jeglicher Art, auch im noch so kleinen Betrieb, sind haftpflicht- versichert.
Das gleiche gilt für Unfälle. Die “Workers Compensation”, die auch für Renten und Berufsunfähigkeit zuständig ist tritt ein, wenn ein Arbeitsunfall jeglicher Art passiert. Sie ist vergleichbar mit unserer Berufsgenossenschaft und übernimmt selbst Fälle, wenn kein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt oder das Arbeitsverhältnis sonst wie “illegal” ist.
Das deutsche und australische Gesundheitssystem sind sich in vielem ähnlich. Beide haben einen extrem hohen Standard. Eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO plazierte das deutsche System auf Platz 25 und das australische auf Platz 32. Deutschlands Vorteil ist, dass es kaum Wartezeiten für Behandlungen und Operationen gibt, während dies in Australien der Fall ist.
Grundsätzlich geht man in Australien immer zuerst zum Hausarzt und nie zum Spezialisten (z.B. Frauenarzt, Augenarzt, Orthopäde, Kinderarzt etc.). Für einen Besuch beim Spezialisten ist eine Überweisung vom Hausarzt notwendig.
Bruttoeinkommen |
Steuer |
Es ist zu beachten, dass man das NICHT den Steuersatz auf das Gesamteinkommen zahlst - sondern "nur" auf den in den Bereich fallenden Teil des Gehalts. Nehmen wir an Frau X verdienst $45,000 im Jahr: Die ersten $6,000 sind steuerfrei, auf die folgenden $14,000 zahlt Sie 17% und erst auf die übrigen $25,000 dann die 30%. Eine Menge arbeitsbedingte Ausgaben sind absetzbar. |
die ersten 6,000: |
0.0% |
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von 6.001 - 20,000 |
17% |
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von 20,001 - 50,000 |
30% |
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von 50,001 - 60,000 |
42% |
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Alles über 60,000 |
47% |
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Arbeitgeber zahlen eine Steuer auf die Lohnsumme, die je nach Bundesstaat unterschiedlich ist. In Victoria liegt sie derzeit um 6 Prozent. Je nach Bundesland und Branche kommen noch Beiträge zur Unfallversicherung (WorkCover) der Arbeitnehmer dazu. Es sind von Arbeitgebern auch Beiträge zu einem privaten Rentenfond der Arbeitnehmer abzuführen. Gegenwärtig sind das 8% vom Grundgehalt. Einige große Firmen zahlen freiwillig für verdiente Mitarbeiter eine private Krankenversicherung.
In Australien gibt es ein duales System von staatlicher und privater Krankenversicherung.
Die staatliche Krankenversicherung, Medicare, wird über Beiträge finanziert, die automatisch in die (Einkommens-) Steuersätze mit eingerechnet werden. Nach deutschen Maßstäben sind die Beiträge sehr niedrig (2003: 1,5% vom Bruttolohn). Dafür sind die Leistungen von Medicare stark eingeschränkt. Zahnarztbesuche und Krankentransporte sind z.B. überhaupt nicht inbegriffen, bei anderen Leistungen muss man z.T. kräftig zuzahlen. Versichert sind alle australischen Bürger und jeder, der eine Daueraufenthaltsgenehmigung hat. Wer nur ein zeitlich begrenztes Visum hat, ist nicht über Medicare abgesichert. (Ausnahme: Bürger einiger Staaten mit Sonderabkommen; Deutschland gehört leider nicht dazu.) Daher muss auch der Beitrag nicht gezahlt werden.
Die Versicherung über ein privates Versicherungsunternehmen ist auch Medicare-Berechtigten zusätzlich zu empfehlen. Für alle anderen ist eine private Absicherung ohnehin der einzige Weg. Bei kürzeren Aufenthalten im Land ist eine deutsche Auslandskrankenversicherung am einfachsten.
Sozialleistungen werden aus allgemeinen Steuermitteln finanziert, so dass alle Australier in die Finanzierung des Sozialwesens einbezogen sind.
Unter anderem gibt es Kinder- und Alleinerzieherzuschuss, Unfall-, Invaliditäts- und Altersrente, Wohngeldzuschuß und Arbeitslosenüberbrückung. In vielen Bereichen erhalten Pensionäre oder Alleinerzieher zudem Nachlässe.